Das große Problem mit dem Hundekot

In Wachtberg werden – wie der Haupt- und Finanzausschuss Anfang Dezember entschieden hat - ab Weihnachten 2019 die Hundekotbeutelspender nicht mehr mit kostenlosen Beuteln bestückt und (hoffentlich nicht so ganz so schnell) abgebaut. Die Fraktionsvorsitzende der FDP, Helga Frohberg, hat sich bei der Entscheidung enthalten. Natürlich müssen bei der augenblicklichen Haushaltslage alle vermeidbaren Kosten genauestens überprüft werden, aber in diesem konkreten Fall überstiegen die Einnahmen durch die Hundesteuer bei weitem die Ausgaben durch die kommunale Serviceleistung. Seit der Einführung der Beutelboxen halten sich die meisten „Gassigeher“ auch so langsam an eine ordnungsgemäße Entsorgung der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner und die Straßen und Wege im gesamten Gemeindegebiet wurden sauberer.

 

Allerdings gab es immer wieder Beschwerden aus der örtlichen Landwirtschaft und von besorgten Bürgern, dass diese Beutel zwar benutzt, aber dann einfach in der Landschaft und in den Feldern verteilt werden, wo sie mit Recht nicht hingehören. Die Gemeindeverwaltung argumentierte, dass Hundekot stark mit Bakterien belastet sei und somit eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier darstelle. Das macht den Bürgern unnötig Angst.

Natürlich dienen landwirtschaftliche Flächen der Lebensmittelproduktion und es sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Hundebesitzer sein, dass er oder sie ihren Hund nicht ins Feld lässt oder keine Beutel hineinwirft. Aber, so betont Ratsherr Friedrich Oettler, ist Hundekot genauso stark oder schwach mit Bakterien besetzt wie die Ausscheidungen anderer Tiere. Die Zersetzung auf offenem Boden geht schnell. Kot geht nicht in die Pflanzen ein, die auf dem Feld oder der Wiese wachsen. Wildtiere hinterlassen ebenfalls Losung auf Freiflächen wie auch die vielen Katzen. Und mit der Gülledüngung bringen die Landwirte unvergleichlich viel größere Mengen Bakterien auf die Flächen.

 

Ein weiteres Problem ist das Plastik der Hundekotbeutel. Auch sie gehören nur in die Mülleimer und auf keinen Fall in die freie Landschaft. Aber auch hier kann man nur an die Hundebesitzer appellieren, diese ordnungsgemäß zu entsorgen - egal ob sie gratis aus der Spenderbox kommen oder ob es sich um selbst gekaufte Beutel handelt. Wichtig ist hierbei, dass es ausreichend Abfallbehälter gibt, damit die Beutel bei einem langen Spaziergang nicht einfach an den falschen Stellen deponiert werden.

 

Hoffen wir, dass in Zukunft unsere Gemeinde weiterhin von den Hinterlassenschaften der Hunde sauber bleibt und auch unsere Landschaft nicht mit Hundebeutel belastet wird. Eins können wir aber schon jetzt sagen:  Es gibt keinen Grund, Hundehalter generell in die Ecke der Gegner von Landwirtschaft und Natur zu stellen!