Liberaler Bürgerdialog zu den Europawahlen

Wachtberg. Mit einem Bürgerdialog stimmten sich die Wachtberger FDP und interessierte Bürger ca. sechs Wochen vor dem Wahlgang auf die Europawahl am 26.Mai 2019 ein. Als vortragenden Gast hatten Vorstand und Fraktion dazu die FDP Kandidatin des Rhein-Sieg Kreises, Jessica Gaitskell, in das Hotel/Restaurant Görres in Villip eingeladen. Um es vorweg zu sagen, im Vortrag und der anschließenden Diskussion spielte an diesem Abend der anstehende Brexit keine Rolle. Einigkeit bestand jedoch darin, es müsse endlich ein Schlussstrich unter dem endlosen Hin und Her gezogen werden, zu wichtig sei es, die Zukunft der EU voran zu bringen! 

Nach einer kurzen Vorstellung und persönlichen Anmerkungen aus ihrer Vita (Mehr unter: www.jessica-gaitskell.europa.fdp.de) stieg Gaitskell mit großem Elan und persönlicher Überzeugung sofort in das Thema ein. Europa, so Gaitskell, leide darunter, dass die EU in der Öffentlichkeit stark negativ belastet sei. Dieses Vorurteil, man beschäftige sich in Brüssel mit "Kleinkram" und Bürokratie, gelte es zu bekämpfen! Leider werden aber die Grundideen der Union nicht mehr „sichtbar“ verfolgt und nach außen publiziert. Es gelte immer noch, so Gaitskell weiter, Gesetze und Vorschriften zu vereinheitlichen (z.B. Wirtschaft, Handel und Verkehr). Ziel müsse es zum Beispiel sein, den Handel zu erleichtern. Barrieren abzubauen und nicht neue Grenzen zu schaffen. Grund für diese Disharmonie sei in der mangelhaften Darstellung der positiven Beschlüsse zu sehen (Informationen dazu unter: www.das-tut-die–eu-fur-mich.eu). Es müsse deutlicher herausgestellt werden, dass es nicht darum gehe, die nationale Identität abzuschaffen, sondern die Fähigkeiten von über 500 Millionen Europäern herauszustellen und zu fördern. Gemeinsam sei Europa eine Macht, die es im positiven Sinne auszubauen und zu nutzen gelte! Uneinigkeit im Hinblick auf viele Fragestellungen seien leider Wasser auf den Mühlen der Europagegner. Als aktuelles Dauerproblem sei da die Migration zu nennen. Wörtlich führte sie dazu aus: „Die Migrationsfrage ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“. Die Europäische Union sei da gespalten. Man brauche eine gemeinsame Einwanderungspolitik und eine menschliche Flüchtlingspolitik. Gleiches gelte für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Als starker Partner könne sich die EU nicht mehr uneingeschränkt auf ihren transatlantischen Partner USA verlassen. Die EU müsse außenpolitisch mehr Verantwortung übernehmen und selbst für ihre Sicherheit sorgen können. Auch in der Umweltpolitik, so Jessica Gaitskell abschließend, könne niemand im Alleingang alles regeln. Auch hier brauche man eine gemeinsame europäische Strategie, die auf Technologieoffenheit und Wettbewerb statt auf Verbote und Subventionen setze! In der Nachbetrachtung und Fazit dieses Bürgerdialogs muss festgestellt werden, dass das Wachtberger Motto: „ Mit Verstand und Herz für Wachtberg“ auf Jessica Gaitskell übertragen werden kann. Getreu ihrem persönlichem Motto folgend „Für Europa setze ich mich ein“ war dieser Bürgerdialog besonders durch Verstand und Herz geprägt. Dazu passt abschließend auch eine Aussage der Spitzenkandidatin der FDP Nicola Beer, die auf die Frage, was ihr an Europa wichtig sei, antwortete: „Ein vereintes, aber nicht vereinheitlichtes Europa der Kulturen, der Werte, der Bildung und Forschung, der Kunst und der Wissenschaft, beruhend auf unseren freiheitlichen-demokratischen Grundwerten. (jm)